Sleeping Duties – Probleme sind eine gute Lösung

Vier Zugreisende – sind es Menschen, sind es Tiere? – begegnen sich im Schlafwagenabteil. Sie lernen sich kennen, sie richten sich ein, sie teilen ihre Leckereien. Ihr Reiseziel, so merken sie, ist das gleiche: Muriel, Eddie, Igor und Siggi sind Winterschläfer*innen. Sie fahren nach Norden, nach Spitzbergen, dorthin, wo es noch nicht so heiß ist, wo man trotz Klimawandel noch schlafen kann, möglichst einen ganzen Winter lang. Bevor sie dort ankommen, gilt es jedoch sich vorzubereiten, sich ordentlich Polster anzufuttern, damit sie die ersehnte lange kühle Nacht überstehen können. Obacht! Bloß nicht zu früh in den Schlaf fallen! Bloß nicht zu früh den Organismus herunterfahren, den Herzschlag auf acht oder fünf pro Minute senken. Sonst reichen die Fettdepots nicht. Die Utopie des tiefen Schlafs hat ihren Preis: Sie verlangt Wachsamkeit. Fürs Erste dürfen die vier felligen Fahrgäste höchstens ein wenig schlummern oder dösen. Man muss aufpassen, sich beschäftigen! Probleme, die einen wachhalten, könnten eine gute Lösung sein. Und geht in dem Zug eigentlich alles mit rechten Dingen zu?? Derweil huscht die Landschaft am Fenster vorbei, die Reise zum Nicht-Ort des Tiefschlafs wird zur filmischen Erfahrung, zum flimmernden Traum alarmierten Wachseins. Werden die vier Menschentiere jemals ihre Zuflucht, ihren Bau erreichen? Ein Railroadmovie, ein Kammerspiel.

vorraussichtl. 19.11.-22.11.2020 , 19.30 Sophiensaele Festsaal

von und mit Ursula Renneke, Valerie Oberhof, Stephanie Petrowitz, Vanessa Stern
Regie: Vanessa Stern
Bühne und Kostüme: Jelka Plate und Eike Böttcher
Dramaturgie: Dietmar Schmidt
Regieassistenz: Sophie Krause
Produktionsleitung: Eva- Karen Tittmann
gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

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